Darf man noch Negerkuss sagen?

Darf der Schaumkuss noch Negerkuss heißen, oder ist dies politically incorrect?

Zugegeben, der folgende Artikel enthält zwar viel Wahrheit, darf aber auch mit etwas Ironie betrachtet werden. Die Political Correctness verbietet heutzutage die Wörter „Negerkuss“ oder „Mohrenkopf“. Aber möchten wir wirklich „Schaumkuss mit Migrationshintergrund“ sagen? Nein, denn die eigentliche Bedeutung hinter dem Wörtchen „Neger“ hat ursprünglich wenig mit der dunkelhäutigen Bevölkerung zu tun.

Wer kennt sie nicht, die Schokoküsse auf dem runden Keks? Auf fast jedem Kindergeburtstag findet man die mit Schokolade überzogene Eiweißschaum-Süßigkeit. Die Schokoküsse sind beliebt – auch als Belag auf einem Brötchen – dem „Matschbrötchen“. Dieser Trend erfährt zurzeit ein Revival an deutschen Schulkiosken. „Matschbrötchen“ sagt Ihnen nichts? Brötchen, in deren Inneren ein Schokokuss zerquetscht wird? Nein? Der Pausensnack, den bereits viele Schülergenerationen genossen haben, ist auch unter dem Namen „Fortuna“, „Datsch“ oder „Negerkuss-Brötchen“ bekannt. Upps! Negerkuss darf man ja gar nicht mehr sagen… Oder doch?

Wie rassistisch ist das Wort „Negerkuss“ oder „Mohrenkopf“?

„Negerkuss“ oder „Mohrenkopf“ ist heute noch in vielen Regionen als Ausdruck für die Schaumküsse geläufig. Besonders in der Schweiz und in Teilen von Österreich wird weiterhin mit der Bezeichnung geworben. Auch auf den Verpackungen der Schaumküsse findet man die negativ belasteten Bezeichnungen. Das Fatale ist, dass die Süßigkeit zu einer Zeit erfunden wurde, als die aggressive Kolonialpolitik zahlreiche Menschen in Afrika unterjochte und zu Sklaven machte. Zur selben Zeit entstanden in französischen Konditoreien die ersten „Tête de nègre“ (auf Deutsch: „Negerkopf“). Anfang des 20. Jahrhunderts kam die Süßigkeit schließlich nach Deutschland. Hier waren die Schaumküsse mit Schokoüberzug anfangs unter dem Wort „Mohrenkopf“ bekannt. Das Wort Mohr ist übrigens die älteste Bezeichnung für schwarze Menschen in der deutschen Sprache. Später wurde der  „Mohrenkopf“ dann durch die Bezeichnung „Negerkuss“ erweitert.

Der Ursprung hinter dem Wort „Neger“

Schauen wir einmal genauer hinter diese Bezeichnung, dann entdecken wir im Wörtchen „Neger“ einen weniger rassistischen Hintergrund. Die eigentliche Herkunft dieser Bezeichnung stammt nämlich vom lateinischen Wort „niger“ ab, was übersetzt „schwarz“ oder „dunkelfarbig“ bedeutet, sich  jedoch nicht auf die Hautfarbe bezieht. Im 16. Jahrhundert übersetzte man im spanischen Wortgebrauch „niger“ dann mit dem  Wort „negro“ und  Im französischen  mit „nègre“, woraus sich später die deutsche Bezeichnung „Neger“ ableiten ließ. Mit dem frühen Sklavenhandel und der späteren Kolonialisierung entwickelte sich die Übersetzung „Neger“ mehr und mehr zu einem herabwürdigenden Bezugswort für die schwarze Bevölkerung.

Mit der Kolonialisierung im 19.Jahrhundert wird die afrikanische Bevölkerung unterjocht und versklavt. Auch das lateinische Wort „Neger“ verwandelt sich in einen negativen Ausdruck für eine dunkelhäutigen Menschen

Rein sprachlich ist das Wort „Neger“ also vom lateinischen Ursprung her völlig entfernt von der aktuellen Bezeichnung. Heutzutage aber sogar ein herablassendes Schimpfwort für einen dunkelfarbigen Menschen.

Wer nun beim Bäcker ein „Negerkuss-Brötchen“ bestellt, sollte hingegen nicht gleich in die rechte Ecke gestellt werden. Die deutsche Bezeichnung ist vielen Menschen geläufig und wird ehr unbedacht verwendet.  In Anbetracht der Geschichte sollte man beim Bäcker doch lieber ein „Matschbrötchen“ bestellen und auf dem Kindergeburtstag einen Schaumkuss essen…

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