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Frohe Weihnachten

24. Dezember 2016 · Keine Kommentare
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Wir nehmen es uns alle Jahre wieder vor. Wir möchten den alltäglichen Ärger, die schlimmen Nachrichten in Zeitungen und TV, den Zorn über so manches Ereignis für einige, wenige Tage einfach mal vor der Tür zu lassen, um mit der Familie die Weihnachtstage zu feiern.

Friedlich, besinnlich, voller guter Gedanken und Wünsche für die, die uns wichtig sind. Wir feiern Weihnachten und dabei helfen uns die vielen weihnachtlichen Traditonen, überliefert von den Eltern und Großeltern und unsere eigenen, mit den Jahren gewachsenen Traditionen. Es gibt darunter diejenigen, die vielleicht aus christlichen Anschauungen und Glaubenssätzen entstanden sind und diejenigen, die aus guter familiärer Verbundenheit existieren.

Dazu gehören vielleicht die Strohsterne, die schon vor Jahren oder Jahrzehnten gebastelt wurden und jedes Jahr wieder ihren Platz an unserem Weihnachtsbaum haben. Dazu gehören auch die Besuche bei der Familie und der gemeinsame Gang zur Weihnachtsmesse.

Das Team von sweets-online hat seit einigen Jahren eine ganz eigene Tradition. Wir veröffentlichen einen Schriftwechsel, der 1897 begann und heute noch so aktuell ist wie damals. Warum? Weil er uns daran erinnert, was wirklich wichtig ist.

Vielleicht haben sie ihn schon im letzten oder vorletzten Jahr gelesen. Lesen Sie ihn dieses Jahr wieder und machen sie diesen kurzen Moment zu Ihrer ganz eigenen Tradition. Hier kommt er:

Alles begann damit, dass im Jahr 1897 die damals achtjährigen Virginia O’ Hanlon ihren Vater fragte, ob denn der Weihnachtsmann wirklich existiere. Sie hatte von anderen Kindern gehört, es gebe keinen Weihnachtsmann. Wie auch viele Eltern in heutiger Zeit, wollte oder konnte ihr Vater keine klare Antwort geben.

Er riet ihr, sich mit ihrer Frage an die New Yorker Zeitschrift Sun zu wenden. Das kleine Mädchen schrieb also an die Sun:

„Lieber Redakteur, Ich bin 8 Jahre alt. Einige meiner kleinen Freunde sagen, dass es keinen Weihnachtsmann gibt. Papa sagt, wenn Du es in der Sun siehst, ist es so. Bitte sagen Sie mir die Wahrheit: Gibt es einen Weihnachtsmann?“

Virginia O’ Hanlon

115 West Ninety-fifth Street

In diesen Jahren war es der Redakteur Francis P. Church, er war im amerikanischen Bürgerkrieg Kriegsberichterstatter gewesen, der die Frage und Antwort-Kolumne der Sun betreute. Er wollte dem kleinen Mädchen eine ernsthafte Antwort geben und schrieb, nach einigem Überlegen, seine bis heute berühmte Antwort:

„Virginia, deine kleinen Freunde haben unrecht. Sie sind beeinflusst von der Skepsis eines skeptischen Zeitalters. Sie glauben an nichts, dass sie nicht sehen. Sie glauben, dass nichts sein kann, das für ihre kleinen Geister unfassbar ist. Alle Geister, Virginia, seien sie nun von Erwachsenen oder Kindern, sind klein. In diesem unseren großen Universum ist der Mensch vom Intellekt her ein bloßes Insekt, eine Ameise, verglichen mit der grenzenlosen Welt über ihm, gemessen an der Intelligenz, die zum Begreifen der Gesamtheit von Wahrheit und Wissen fähig ist.

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Er existiert so zweifellos wie Liebe und Großzügigkeit und Zuneigung bestehen, und du weißt, dass sie reichlich vorhanden sind und deinem Leben seine höchste Schönheit und Freude geben. O weh! Wie öde wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe. Sie wäre so öde, als wenn es dort keine Virginias gäbe. Es gäbe dann keinen kindlichen Glauben, keine Poesie, keine Romantik, die diese Existenz erträglich machen. Wir hätten keine Freude außer durch Gefühl und Anblick. Das ewige Licht, mit dem die Kindheit die Welt erfüllt, wäre ausgelöscht.

Nicht an den Weihnachtsmann glauben! Du könntest ebenso gut nicht an Elfen glauben! Du könntest deinen Papa veranlassen, Menschen anzustellen, die am Weihnachtsabend auf alle Kamine aufpassen, um den Weihnachtsmann zu fangen; aber selbst wenn sie den Weihnachtsmann nicht herunterkommen sähen, was würde das beweisen? Niemand sieht den Weihnachtsmann, aber das ist kein Zeichen dafür, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Die wirklichsten Dinge in der Welt sind jene, die weder Kinder noch Erwachsene sehen können. Sahst du jemals Elfen auf dem Rasen tanzen? Selbstverständlich nicht, aber das ist kein Beweis dafür, dass sie nicht dort sind. Niemand kann die ungesehenen und unsichtbaren Wunder der Welt begreifen, oder sie sich vorstellen.

Du kannst die Babyrassel auseinander reißen und nachsehen, was darin die Geräusche erzeugt; aber die unsichtbare Welt ist von einem Schleier bedeckt, den nicht der stärkste Mann, noch nicht einmal die gemeinsame Stärke aller stärksten Männer aller Zeiten, auseinander reißen könnte. Nur Glaube, Phantasie, Poesie, Liebe, Romantik können diesen Vorhang beiseite schieben und die himmlische Schönheit und den Glanz dahinter betrachten und beschreiben. Ist das alles wahr? Ach, Virginia, in der ganzen Welt ist nichts sonst wahrer und beständiger.

Kein Weihnachtsmann! Gott sei dank! Er lebt, und er lebt auf ewig. Noch in tausend Jahren, Virginia, nein, noch in zehnmal zehntausend Jahren wird er fortfahren, das Herz der Kindheit zu erfreuen.“

Diese Antwort erschien in am 21.September 1897 in der New Yorker Sun. Die Antwort traf den Nerv so vieler Menschen, dass der Briefwechsel zwischen dem kleinen Mädchen und dem Redakteur von da an jedes Jahr zu Weihnachten in der Sun abgedruckt wurde. Als die Sun 1950 ihr Erscheinen einstellte, übernahmen anderen Zeitungen den Abdruck. Der Briefwechsel wurde in viele andere Sprachen übersetzt und wird auch weltweit immer wieder abgedruckt. In den USA ist er bis heute ein fester Bestandteil der amerikanischen Weihnachtstradition.

Das kleine Mädchen Virginia O’Hanlon wurde später Lehrerin und Schuldirektorin und erhielt, so lange sie lebte, immer wieder Post, die sich auf ihren Schriftwechsel mit der Sun bezog und dieser Schriftwechsel ist heute so aktuell wie damals, vor mehr als 100 Jahren.

Wir wünschen Ihnen eine frohe, friedliche Weihnacht und einen guten Rutsch in das Jahr 2017!

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Kategorie(n): Allgemein

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