Schokolade in Tafelform – Wer hat´s erfunden?

 

Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, wer eigentlich die „Schokolade“ erfunden hat? Viele Nationen beanspruchen die Erfindung für sich. Doch wer hat denn nun wirklich die „Tafel“ (Vollmilch-)Schokolade erfunden? Begeben Sie sich auf eine kurze Weltreise und entdecken Sie das Geheimnis der Schokoladentafel.

Kakaogewinnung – Seit 3000 Jahren bekannt

Wir wissen heute, dass das Verfahren zur Gewinnung von Kakao, also dem Grundelixier der Schokoladentafel, über 3000 Jahre alt ist. Schon 1000 v. Chr. soll demnach das Volk der Olmeken die Kakaobohnen zu einen schokoladenartigen Heißgetränk weiterverarbeitet haben. Auch die Azteken und Mayas nahmen sich diesen Bräuchen später an. Mit der Entdeckung Mittelamerikas gelangten die Kakaobohnen schließlich nach Europa. Der Entdecker und Eroberer Hernan Cortez lieferte das braune Gold demnach zum spanischen Königshof, wo der Kakao erst einmal wenig Anklang fand. Es dauerte eine Weile, bis man schließlich die richtige Rezeptur für die europäischen Geschmäcker herausgefunden hatte. Dennoch blieb der Kakao in Form einer Trinkschokolade nur den höheren Schichten und dem Adel vorbehalten, da er schlichtweg zu teuer war. Es sollte bis zum 19. Jahrhundert dauern, bis schließlich der Durchbruch in der Schokoladenfertigung gelang.

Schon die Azteken und Mayas kannten das Geheimnis der gelben Kakaofrucht und gewannen aus den Bohnen den Kakao für eine Trinkschokolade (Foto: pixabay.com/eliasfalla)

Der Durchbruch der Tafelschokolade

Mit dem Schweizer Chocolatier, Daniel Peter, gelang der eigentliche Durchbruch bei der Weiterverarbeitung von Kakao zur späteren Tafelschokolade. Peter experimentierte mit den Zutaten und versuchte eine essbare Schokolade herzustellen. Er wollte eine neuartige Vollmilchschokolade erfinden, die essbar war und sich geschmacklich von den bis dato bekannten herben Trink-Schokoladen unterschied. Er nutzte hierfür das zuvor von Henri Nestlé erfunden Milchpulver.  Doch der Erfolg blieb anfänglich aus, da sämtliche Experimente mit Milchpulver scheiterten. So verwarf der Schweizer die Idee mit der getrockneten Milch und kam schließlich zu einer anderen Erkenntnis. Anstatt dem trockenen Milchpulver, nutzte er fortan Kondensmilch. Der Erfolg dieser neuen Methode ließ nicht lange auf sich warten und so wurde die erste industriell produzierte Vollmilchschokolade auf den Markt gebracht. Bis heute gilt dieser Durchbruch als Erfindung der Vollmilchschokolade.

Wer hat´s also erfunden? Doch nicht die Schweizer…

Aktuelle Quellen belegen jedoch, dass schon 30 Jahre vor dem Schweizer eine Milchschokolade in Deutschland erfunden wurde. Die Schokoladenfabrikanten, Gottfried Jordan und August Friedrich Timaeus, sollen in Dresden das erste Verfahren zur Vollmilchschokoladenproduktion erfunden und umgesetzt haben. Demnach haben die Schokoladenproduzenten eine Dampfmaschine eingesetzt, die die Kakaobohnen effektiv mahlte. Für ihre Milchschokolade nutzten die Fabrikanten im Übrigen eine Mischung aus Kakaomasse, Zucker und Eselsmilch. Somit entstand die erste essbare Schokolade. Also genaugenommen noch vor dem Schweizer Daniel Peter.

Wer die Schokolade nun zur besseren Verarbeitung optimierte und den Vollmilchklassiker entwickelte, bleibt auch weiterhin ein Streitthema. Eines ist hingegen bewiesen: Ohne den Erfindergeist und die Experimentierfreude dieser Protagonisten, müssten wir heute wohl auf den zartschmelzenden Genuss von Schokolade in seiner Tafelform verzichten.

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