Anisplätzchen – süß, knusprig und fein gewürzt

Feine Anisplätzchen

 

Ende Oktober ist es und damit Zeit sich mit dem Thema Weihnachtsgebäck auseinander zu setzten. Das Thema Dominosteine hatten wir ja bereits. Heute soll es um ein nicht ganz so bekanntes und verbreitetes  aber dennoch ganz besonders feines und leckeres Gebäck gehen, die Anisplätzchen. Für Diejenigen, die Anisplätzchen nicht kennen: es sind kleine, runde Kekse, deren wichtigste Zutat und Aromageber Anis oder Sternanis ist. Darüber hinaus sind sie leicht, fluffig und ziemlich süß.

Die Grundmasse dieser kleinen Kekse ist ein feiner Eischaumteig. Durch eine Ruhezeit auf dem Blech und die Hitze des Backblechs beim Backen, werden die Anisplätzchen an der Unterseite knusprig-fest, sie entwickeln „Füßchen“. Darüber wölbt sich dann, wie bei einer kleinen Haube, der zart-knusprige Keks. Anisplätzchen dürfen nicht dunkel werden. Auch das Füßchen sollte nur zart gebräunt sein. Besonders lecker sind diese Gewürzplätzchen zu einem feinen Tee oder Kaffee. Zur Advents- und Weihnachtszeit sind die Plätzchen mit dem feinen Gewürzaroma ein echtes Highlight.

In Süddeutschland gibt es eine Variante der kleinen, runden Anisplätzchen, die Springerle. Das sind rechteckige Kekse in die, ähnlich wie beim Spekulatius, ein Motiv eingedrückt wird.

Bleibt noch die Frage, woher die Anisplätzchen kommen. Da hat die Recherche kaum Informationen erbracht. Es ist allerdings so, dass Anis schon vor 4000 Jahren im Mittelmeerraum bekannt und beliebt war. Schon in den frühen Hochkulturen wurde die Gewürzpflanze zum Würzen von Brot, Gebäck und anderen Lebensmitteln gern verwendet wurde. Das mag daran liegen, dass Anis besonders positiv auf den Magen- und Darmtrakt wirkt und darüber hinaus auch eine krampflösende Wirkung hat. Als die wertvollen, damals teuren Gewürze im nördlichen Mitteleuropa gebräuchlich wurden, war es eigentlich nur logisch, auch feines Gebäck mit intensiven Gewürzen herzustellen.

Heute verschönern diese Backwaren in der eher tristen, kalten Jahreszeit unser Weihnachtsfest und auch schon die Adventszeit davor.

Mal abgesehen davon, dass ich Anisplätzchen gern mag, erinnere ich mich auch noch in einem anderen Zusammenhang an dieses Gebäck. Als meine Geschwister und ich im Teenie-Alter waren, und mein Bruder seine ersten Freundinnen mitbrachte, höre er von den Eltern regelmäßig den folgenden Satz: „Bring uns bloß nicht so ein Anisplätzchen mit nach Hause!“ Das sollte dann bedeuten: Ein hübsches, süßes Mädchen, aber geistig eher ein Leichtgewicht. Bis heute, Jahrzehnte danach, verbindet sich für mich dieser Satz mit dem feinen Weihnachtsgebäck.

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