Bonbons – lecker und wirksam seit mehr als 1000 Jahren

Zugegeben, Bonbons kann man eigentlich das ganze Jahr über lutschen, aber besonders, wenn es draußen kälter und ungemütlicher wird, hilft ein Kräuter-, Frucht- oder Pfefferminzbonbon die eine oder andere Erkältung zu verhindern oder zu lindern, pflegt die von der Heizungsluft angegriffenen Schleimhäute, hilft beim Durchatmen und lindert Hals und Rachenentzündungen. Kurz gesagt, Bonbons schmecken nicht nur gut, sondern sind auch ein beliebtes Heilmittel, das es mittlerweile in unzähligen, schmackhaften Varianten gibt.

Die Erfindung des Bonbons, wie wir es heute kennen, ist eng verknüpft mit der Verfügbarkeit des Zuckers. Im Persien des 8. Jahrhunderts gab es Zucker aus dem Zuckerrohranbau, den man mit Fruchtauszügen mischte.  Ein bonbonartiges Endprodukt entstand. Nach Europa kam der Zucker erst viel später und war zunächst noch eine seltene, teure Handelsware, die nur den Reichen und Mächtigen vorbehalten war.

Apotheker waren die ersten, welche die Möglichkeiten des Zuckers erkannten. Um bittere Heilkräuter genießbarer zu machen, mischten Sie diese mit Zucker.Halsbonbons für Hals und Rachen

Durch den Anbau der Zuckerrüben und die zunehmende Industrialisierung der Zuckerproduktion wurde Zucker immer preiswerter und schließlich zu einer alltäglichen Selbstverständlichkeit.

In Deutschland war es Franz Stollwerck, der die zündende Idee hatte. Er, der ab 1839 in Köln eine Mürbebäckerei betrieb erkannte, dass Erkrankungen der Atemwege bei den Menschen seiner Zeit ein großes Problem waren. Weil er die Weiterverarbeitung des Zuckers und das Mischen mit Kräutern und Früchten in seiner Lehrzeit in Paris gelernt hatte, entwickelte er die „Stollwerckschen Brustbonbons und gründete 1841 eine Fabrik. Auch wenn die Apothekerschaft, denen die Produktion von Arzneien und Heilmitteln bislang vorbehalten war,  seine Produktion zu verhindern versuchte, er war erfolgreich.

Im Januar 1846 gelang es ihm einen Ministerialerlass zu erwirken, der es Konditoren erlaubte, „Karamellen, Bonbons und andere Waren… “ zu verkaufen.

Schon Ende 1848 hatte Stollwerck 44 Verkaufsstellen und über 1000 Vertreter und bekam sogar 1855 auf der Pariser Weltausstellung als einziger deutscher Aussteller eine Medaille für seine Brustbonbons.

Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Zurück zur Geschichte des Bonbons, oder besser zur Herkunft der Bezeichnung Bonbon. Heinrich von Bourbon, der spätere Heinrich IV und erster der Bourbonenkönige Frankreichs, heiratete 1572 Margarete von Valois. Bei dieser Gelegenheit ließ er seinen Gästen allerlei Zuckerwaren anbieten. Die Kinder, die von diesen Köstlichkeiten begeistert waren, sollen bon, bon ( bon für das französische Wort gut) ausgerufen haben. Daraus soll sich das Wort Bonbon abgeleitet haben.

Heute, einige hundert Jahre später, am Beginn eines neuen Jahrtausends, gibt es Bonbons in unzähligen Geschmacksrichtungen. Harte und weiche, saure und süße, gefüllte, fruchtige, würzige, scharfe….wirklich jeder Bonbon-Liebhaber kann sein Lieblings-Produkt finden und leisten kann es sich auch jeder. Sogar ohne Zucker kann man seine Bonbons haben, wenn es der Gesundheit dient, womit wir wieder bei den Auswirkungen der winterlichen Wetterlage wären. Um diesen entgegenzuwirken empfehlen sich Hals- und Brustkaramellen. In diesem Sinne wünschen wir einen genussvollen und gesunden Winter.

Das könnte Dich auch interessieren …