Fairtrade- was bedeutet das Siegel

Warum Fairtrade?

Erzeuger, Kleinbauern und Plantagenarbeiter in Ländern der Dritten Welt  leben und produzieren oft unter schwierigsten, teils menschenunwürdigen Bedingungen. Als letztes Glied in der Kette zwischen Produktion und Verbraucher sind sie besonders abhängig von den Schwankungen der Weltmarktpreise. Die Strukturen des Zwischenhandels in Afrika, Lateinamerika und Asien sind oft ausbeuterisch und mafiös. Viele der betroffenen Kleinbauern und Arbeiter sind damit permanent von Verelendung bedroht. Die Folgen eines solchen Handelssystem sind dann oft Kinderarbeit, Prostitution oder auch der alternative Anbau von Drogenpflanzen.

Ziel des Fairtrade Systems ist es dagegen, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kleinbauern und Arbeiter zu verbessern, ihnen ein sicheres Einkommen und einen eigenen Zugang zu den Märkten zu ermöglichen. Sie erhalten  im schlechtesten Fall den gesetzlichen Mindestlohn, soziale Vorsorge und auch Urlaub. Gelder aus dem Verkauf der Produkte fließen auf ein Prämienkonto der jeweiligen Plantage oder Bauern- Kooperative. Über die Verwendung der Gelder wird demokratisch entschieden. Ob es z.B. der Bau eines Brunnens oder eine Subvention für Arztbesuche ist, die Mitglieder der Kooperative, die Arbeiter der Plantage entscheiden selbst und haben damit einen wichtigen Teil ihres Lebens und wirtschaftlichen Erfolges wieder selbst in der Hand.

Welche Produkte werden fair gehandelt?

Weltweit arbeiten ca. 1000 Kleinbauern-Kooperativen und Plantagen mit dem Fairtrade –Status. Gehandelt werden vielfältige Produkte, wie Gemüse, Früchte, Blumen, Baumwolle, Fruchtsäfte, Honig, Kräuter, Reis, Nüsse, Soja, Tee, Kakao, Wein, Zucker oder Kaffee und noch einige mehr.

Viele dieser Produkte sind auch bei uns in den Regalen der Lebensmittel- und Bioläden, in den Kaufhäusern und Drogerien und natürlich auch in den Internet-Shops zu erhalten.

Arbeiten auch große Firmen mit Fairtrade zusammen?

In den letzten Jahren hat sich bei den Verbrauchern, aber auch in der Wirtschaft das Bewusstsein dafür verstärkt, dass alle am Welthandelssystem Beteiligten auch eine soziale Verantwortung für die Auswirkungen ihrer Produktion oder ihrer Kaufentscheidung haben. Darum beteiligen sich immer mehr Firmen am Fairtrade- System.

In Deutschland arbeiten inzwischen schon 180 Firmen mit  Fairtrade zusammen. Dazu gehören so bekannte Unternehmen, wie Aldi, Dallmayr, Rossmann, Lidl, Melitta, und Rewe, oder im Süßwarenbereich z.B. Griesson- de Beukelaer, Nestle.

Auch wenn Kinderarbeit und Ausbeutung in vielen Bereichen leider immer noch nicht Geschichte sind, oder politische Krisen wie z.B. an der Elfenbeinküste (wir berichteten) negative Auswirkungen auch auf die Partner des Fairtrade- Systems haben, so ist man doch wohl auf einem guten Weg.

Sie möchten noch mehr über Fairtrade erfahren? Lesen Sie hier: www.fairtrade-deutschland.de

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