Mindesthaltbarkeit – MHD 2.0

Bewegung beim Mindesthaltbarkeitsdatum.

Bundeslandwirtschaftminister fordert Abschaffung des MHD für lange haltbare Lebensmittel.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum, es ist und bleibt ein hochaktuelles Thema. Zu Bestimmungen, die das MHD betreffen, haben wir in der Vergangenheit schon mehrfach Stellung genommen. So beispielsweise, als Wrigley bekannt gab, Kaugummiprodukte künftig mit einem MHD zu kennzeichnen.

Ein ganz anderer Trend zeichnet sich jetzt bei der EU ab. Vor dem Hintergrund, dass EU-weit tonnenweise völlig intakte, verzehrfähige Lebensmittel entsorgt werden, nur weil das Mindesthaltbarkeits-Datum abgelaufen ist (oft schon vorher), hat der deutsche Bundeslandwirtschaftminister gefordert, bis Ende 2015 das MHD für lange haltbare Lebensmittel abzuschaffen.

Zu den langlebigen Lebensmitteln zählen  beispielsweise Zucker, Nudeln, Reis und Tee. Viele Süßwaren sind ohnehin von der Kennzeichnung mit MHD ausgenommen.

Nach einer Schätzung der EU-Kommission werden jährlich etwa 100 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet. Darunter fallen Lebensmittel, die

-Verbraucher vernichten,

-beim Transport Schaden nehmen,

-schon beim Herstellungsprozess aussortiert werden oder

-nach Veranstaltungen übrig bleiben.

Insgesamt ist das eine Menge die,  vor dem Hintergrund, dass immer noch Menschen hungern und verhungern, für die Lebensmittelproduktion Tiere, Pflanzen, Böden und Gewässer oft massiv belastet werden, nicht hinnehmbar ist. Es ist wirtschaftlich aber auch ethisch problematisch.

Warum wird aber noch immer so exzessiv entsorgt?

Es scheint, dass viele Verbraucher das Mindesthaltbarkeitsdatum gleichsetzten mit einem Verbrauchsdatum. Dabei bedeutet das MHD keineswegs, dass die betreffenden Lebensmittel nach Ablauf nicht mehr genießbar sind. Das MHD bezeichnet nur den Zeitpunkt, bis zu dem der Hersteller die Eigenschaften des Lebensmittels garantiert. Es dient also eigentlich der rechtlichen Absicherung der Hersteller. Auch nach Erreichen oder sogar Ablauf des MHD sind Lebensmittel oft nicht nur bedenkenlos verzehrfähig, sondern auch geschmacklich noch völlig intakt.

Für frisches Obst, frisches Gemüse, Wein, Kaugummi und viele, vorwiegend zuckerhaltige,  Süßwaren gibt es keine MHD-Kennzeichnungspflicht

Im Gegensatz dazu steht das Verbrauchs-Datum, das man auf beispielsweise auf Frischfleisch oder Geflügel findet. Hier sollte man das Produkt nach Ablauf nicht mehr verzehren.

Ob, wann und in welcher Form sich die Regelungen zum MHD EU-weit ändern werden, wird man abwarten müssen. Es wäre aber zu wünschen, dass die Lebensmittel-Verschwendung ein Ende findet.

 

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