SEPA ab 2014 – nicht nur für Online-Shopper wichtig

Nein, es soll hier nicht um SEPIA gehen, die kleinen achtarmigen Tintenfische, die es auch in der Fruchtgummi-Version gibt. Vielmehr geht es um ein Thema aus der Finanz- und Bankenwelt, das für uns alle demnächst höchst wichtig sein wird. Unsere Informationen und Erkenntnisse möchten wir allen Lesern heute schon einmal in Form einer “Kurzinformation” zur Verfügung stellen.

Alle Jahre wieder gibt es Neuerungen, dieses Mal im allgemeinen Geld- und Zahlungsverkehr.
Von diesen sind wir alle auf die eine oder andere Weise betroffen und obwohl die maßgeblichen Änderungen erst ab 2014 verpflichtend wirksam werden, sind wir jetzt schon mit den Vorbereitungen beschäftigt.

Was bedeutet SEPA?
SEPA ist das Kürzel für den englischen Begriff Single Euro Payment Area. In der deutschen Sprache bedeutet das: Einheitlicher Euro Zahlungsverkehrsraum.
Dahinter steht ein Projekt, dass die Vereinheitlichung des Zahlungsverkehrs im europäischen Zahlungsraum zum Ziel hat. Sowohl nationale als auch grenzüberschreitende Zahlungen per Überweisung oder Lastschrift innerhalb des vereinbarten Zahlungsraumes sollen nach einheitlichen Regeln abgewickelt werden und die vielen verschiedenen, bisher existierenden Datenformate durch ein einheitliches ersetzt werden.
SEPA beruht auf einer Verordnung des europäischen Parlaments vom 30.03.2012. Zu dem einheitlichen Euro-Zahlungsraum gehören derzeit 27 EU-Mitgliedstaaten, 3 EWR-Staaten und einige weitere Staaten und Gebiete. (*)
Ab dem 01.02.2014 werden auch in Deutschland, wie in allen anderen beteiligten Ländern, die bisherigen Verfahren für Überweisungen und Lastschriften abgeschafft und durch die neuen SEPA-Regelungen ersetzt.
Ab 01.02.2016 gelten die neuen Regeln für alle Zahlungen.
Zahlungen nach den SEPA-Regelungen sind generell nur in Euro möglich. Andere Währungen sind nicht zugelassen.

Was ändert sich mit SEPA?

In Deutschland erfolgt die Zuordnung einer Zahlung an den Zahlungsempfänger bisher durch die Bankleitzahl und die Kontonummer des Empfängers. Diese beiden Kennzahlen werden durch die IBAN ersetzt. Die IBAN findet sich auch heute schon auf Rechnungen oder Zahlungsinformationen vieler Unternehmen, natürlich auch bei sweets-online, sowie auf den EC- oder Kontokarten der Banken.

Was bedeutet IBAN?

Unter IBAN versteht man die Internationale-BAnken-Nummer. Diese setzt sich zusammen aus einem Ländercode (z.b. DE für Deutschland) einer Prüfziffer und einer maximal 30-stelligen Konto-Identifikation. (in Deutschland immer 22-stellig) Zusätzlich wird die BIC ( Business Identifier Code/Internationale Bankleitzahl) angegeben.
Ab dem 01.02.2014 muss auf Inlandszahlungen und ab 01.02.2016 auf Auslandszahlungen der BIC nicht mehr angegeben werden.

Wie funktionieren künftig Überweisungen und Lastschriftverfahren?

1. Überweisungen
Auf Überweisungsträgern wird statt der bisher erforderlichen Kontonummer und Bankleitzahl die IBAN und BIC des Empfängers angegeben. Die eigene IBAN und BIC finden sich auf den Kontoauszügen der eigenen Bank. Die übrigen Daten, wie z.B. der Name des Empfängers und die Summe in Euro werden wie bisher eingetragen. Im Online-Banking stellen die Geldinstitute bis zum Stichtag ihre Systeme entsprechend um. Einen Unterschied zwischen Inlands- und Auslandsüberweisungen soll es nicht mehr geben. Auslandsüberweisungen mit SEPA werden in der Regel wie Inlandsüberweisungen behandelt, sind also kostenfrei. Ein Limit gibt es seit 31.03.2012 nicht mehr, bzw. es hängt von den jeweiligen Vereinbarungen mit der Bank ab.

2. Lastschriftverfahren
Bis zum 31.01.2014 wird das bisherige, nationale Lastschriftverfahren abgeschafft. Künftig wird es Regelungen für Verbraucher und Firmen geben, die sich in wesentlichen Punkten voneinander unterscheiden. Zahlungen dürfen nur als Lastschrift eingezogen werden, wenn der Zahlungsempfänger über ein Mandat, eine Legitimation des Zahlungspflichtigen verfügt.
In der Praxis werden einmal erteilte Einzugsermächtigungen auf das SEPA Lastschriftverfahren umgestellt. Auch wenn ein gültiges Mandat vorliegt, kann die Lastschrift vom Verbraucher bis zu 8 Wochen nach der Belastung zurückgegeben werden. (gilt nur für Verbraucher, nicht für Firmen) Ohne Mandat kann eine Rückgabe auch noch nach 13 Monaten erfolgen.
Die SEPA Lastschriften haben ein festes Fälligkeitsdatum, an dem die Kontobelastung erfolgt.
Jede Lastschrift enthält die Mandatsnummer (das kann z.B. die Rechnungsnummer sein) und eine Gläubiger-Identifikationsnummer des Zahlungsempfängers, die ein Prüfung der Lastschrift vereinfachen. Diese Identifikationsnummern werden von der Deutschen Bundesbank vergeben und sind in Deutschland 18stellig

Was müssen Verbraucher beachten?

1. Chancen und Vorteile
Chance und Vorteile für den Privatverbraucher liegen hauptsächlich darin, dass sich die Dauer einer Überweisung (insbesondere Auslandsüberweisungen), Lastschriften und Kartenzahlungen deutlich verkürzt. Konnte eine solch Überweisung bislang noch bis zu drei Tagen dauern, so muss sie jetzt innerhalb eines Tages erledigt sein. Überweisungen mit Überweisungsträger können zwei Tage dauern. Auslandsüberweisungen dauerten bisher nicht nur lang, sie waren auch teuer. Höhere Geschwindigkeit und geringere Kosten sind sicher die wesentlichen Vorteile der Überweisungen mit SEPA.
Für alle, die gern im Internet shoppen gehen, ist das sicher von Vorteil.

2. Risiken für Verbraucher
Wer bisher gelegentlich mal die Zahlen einer Kontonummer verdreht hat, muss künftig besonders gut aufpassen. Nicht nur, dass die IBAN als Ganzes eine recht lange Zahl ist und man darum schon ganz genau hinsehen muss. Werden Zahlungen durch einen Zahlendreher an eine falsche, aber existierende Kontonummer geleistet, ist das Geld weg. Die Bank ermittelt den Empfänger nur noch mit der IBAN und gleicht Namen und Kontonummer nicht mehr ab. Eine Überweisung gilt als unwiderruflich und ist nicht rückgängig zu machen. Zudem ändert sich die Frist für Rückbuchungen von Lastschriften. Derzeit kann man sechs Wochen nach Rechnungsabschluss am Quartalsende zurückbuchen, künftig nur noch acht Wochen nach Buchung.

(*)
Seit dem 01.01.2007 gehören folgende Staaten zur Europäischen Union:
Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Zypern.
Folgende EWR Staaten nehmen an SEPA teil: Island, Norwegen und Lichtenstein.

An SEPA nehmen ebenfalls teil: die Schweiz, Monaco

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