Stapelchips

In der Welt der Knabbereien kommt man um gleichförmige Kartoffelchips nicht herum. Ob Pringles, oder Chipsletten, die einheitlichen Kartoffelchips aus der Dose sind beliebt. Aber Moment mal: Als Kartoffelchips dürfen sich diese Knabberartikel überhaupt nicht bezeichnen. Warum, dass erfahren Sie hier.

Kartoffelchips sind frittierte Kartoffelscheiben. Hierzu werden Rohkartoffeln fein geschnitten, frittiert und danach mit Gewürzen überzogen. Hauptbestandteil ist dabei das Salz. Schon kleine Mengen an Kartoffelchips (ca. 250 Gramm) decken somit den gesamten Tagesbedarf von 6 Gramm Salz. Chips weisen zudem immer eine andere Form auf – kein Chip gleicht somit dem anderen. Dennoch findet man auf dem Markt auch Chips, die allesamt ein und dieselbe Form aufweisen. Wie ist so etwas möglich?

Chips aus Kartoffelteig

Wieso es beispielsweise die Firma Lorenz schafft, dass ihre „Chipsletten“ immer gleich aussehen, ist relativ leicht zu erklären. Das Geheimnis findet sich in der Produktion. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Kartoffelchips, werden Chipsletten und Co. nicht aus Rohkartoffeln, sondern aus einem Kartoffelteig hergestellt. In dem Verarbeitungsprozess wird dann Kartoffelpüree großflächig ausgewalzt, danach einzelne Chips ausgestanzt und diese schließlich in die bekannte Form gepresst. Die spätere Form verleiht diesen Chips auch ihre Stapelfähigkeit in der Dose. Sie werden deshalb auch als Stapelchips bezeichnet. Da es sich hierbei also um ein Kartoffelchip ähnliches Kartoffelerzeugnis handelt, darf sich der Stapelchip auch nicht als reiner Kartoffelchip bezeichnen.

Die Grundidee stammt aus den USA

Die Idee, einen stapelfähigen Chip zu produzieren, hatte die Firma Procter & Gamble (P&G). Sie entwickelte 1968 die ersten Stapelchips unter dem heute noch dazugehörigen Markennamen „Pringles“. P&G suchte eine Möglichkeit, den klassischen Kartoffelchip zu verbessern. Denn die herkömmlichen Chips zerbrachen schnell in den Verpackungen, was zahlreiche Kunden in den 60er Jahren verärgerte. Darüber hinaus mussten die Verpackungen mit einem hohen Luftinhalt gefüllt werden, um die zerbrechlichen Produkte zu schützen. Auch dies sorgte für Verärgerung, da der eigentliche Inhalt im Vergleich zu der Verpackung somit nicht den Erwartungen des Kunden entsprach. P&G sucht nach einer Lösung, die Chips sicherer und effektiver zu verpacken. Dabei sollte der Verpackungsanteil möglichst gering bleiben, die Menge der Chips aber immer gleich. Das Unternehmen entwickelte schließlich aus einem Kartoffelteig die ersten stapelfähigen Chips. Bis heute haben diese ihre charakteristische Form beibehalten und werden in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen produziert. Die berühmten Pringles fanden übrigens erst 1996 den Weg in die deutschen Supermarktregale.

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