Süße Verführungen für Alle

Pfefferminzbruch

Angefangen hat die Sache mit dem Naschen eigentlich schon mit dem ersten biblischen Menschenpaar, das von der Schlange verführt wurde. Beim „Naschen“ vom Baum der Erkenntnis naschten die Menschen Verbotenes.

Süße Sünden, wenn es denn Sünden sind, begleiten den Menschen also schon von Beginn an. Das bestätigen auch wissenschaftliche Erkenntnisse. Nicht ohne Grund hat uns die Natur im Mund Rezeptoren für die verschiedenen Geschmacksrichtungen- und eben auch für „Süß“ mitgegeben.

Die Lust auf Süßes ist so alt, wie die Menschheit

Wenn man den aktuellen Forschungen glauben mag, haben schon vor 15000 Jahren die Menschen im Bereich des Südpazifik, dort ist das Zuckerrohr beheimatet, Stängel der Pflanze gekaut und als Kohlenhydratvorrat mit sich geführt. Süßes bedeutete vor unserer Zeit eben oft auch: „Energie zum Überleben“

Im Laufe der Jahrhunderte kamen auch andere Völker in Kontakt mit dem süßen Stoff. Die Heerzüge Alexanders des Großen brachten den Zucker zu den Menschen im antiken Europa. Im Zuge der mittelalterlichen  Kreuzzüge erreichte der Zucker aus dem Zuckerrohr Europa erneut. Allerdings war der süße Stoff zu dieser Zeit noch sehr selten, teuer und nur ganz wenigen Menschen zugänglich. Im 15. Jahrhundert wurden dann in Südamerika Zuckerrohrplantagen angelegt, nachdem Kolumbus aus Europa Setzlinge dorthin mitgebracht hatte. Reiche und Adelige hatten jetzt Zugang zum Zucker, erkauft allerdings mit der Versklavung ganzer Völker, die auf den Plantagen arbeiten mussten.

Der Genuss aus der Rübe         Hellma Glücks-Würfelzucker

Das wir heute Zugang zu so vielen süßen Leckereien haben, ist vermutlich dem preußischen König Friedrich I (dem Großen) zu verdanken. Der ärgerte sich über die Handelsbilanz seines Staates, die durch teure Rohrzuckerimporte belastet wurde. Ein Berliner Apotheker, Andreas Sigismund Marggraf, wurde vom König zum Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften berufen. Seine Aufgabe: Zucker (Saccharose) aus den heimischen Zuckerrüben zu isolieren, die bis dahin hauptsächlich als Viehfutter gedient hatten. Es gelang und die Zuckerrübe wurde ein beispielloses Erfolgsmodell. Süßes aus der Rübe wurde sogar so erfolgreich, dass es in unserer Zeit schon wieder gesundheitliche Probleme bereitet.

Die Lust auf Süßes ist wohl in der menschlichen Genetik angelegt. Mit süßen Leckereien ist es also so, wie mit vielen schönen Dingen: Es kommt immer auf die Dosis an.

Verderben lassen sollten wir uns die Freude an Gebäck, Schokolade, Bonbons und Fruchtgummi aber nicht. Ich halte es da gern mit dem Liedermacher Konstantin Wecker, der sagte:

„Wer nicht genießt wird ungenießbar“

In diesem Sinne wünscht das sweets-online Team ein süßes Wochenende!

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