Zum Tod von Hans Riegel

Erfolgreicher Geschäftsmann, Firmenpatriarch und Jahrhundertunternehmer, das waren die Attribute die man Hans Riegel zuordnete. Der Mann, der bis zuletzt die Geschäfte seines Unternehmens maßgeblich bestimmte, starb gestern im Alter von 90 Jahren.

Der Herr des Gummibärenuniversums war einer der Unternehmer, die es, vor allem in der heutigen Unternehmenslandschaft, nur noch sehr selten gibt. Geboren im Jahre 1923, erbte er, zusammen mit seinem Bruder Paul, HARIBO von seinem Vater, der ebenfalls Hans hieß und dem das Unternehmen seinen Namen verdankt. Ha Ri Bo steht für Hans Riegel, Bonn.

Hans Riegel kam 1946 aus der Kriegsgefangenschaft zurück, studierte Wirtschaftswissenschaften und promovierte 1951 über die „Weltzuckerwirtschaft während und nach dem zweiten Weltkrieg“. Zusammen mit seiner Mutter und seinem Bruder, der für die Produktion verantwortlich war baute er das Unternehmen seines Vaters wieder auf  und formte Haribo zu einem Großkonzern mit heute ca. 6000 Mitarbeitern.

Das sich Geschäftsinn, Kreativität und Phantasie nicht ausschließen, bewies Hans Riegel in den langen Jahren seiner unternehmerischen Tätigkeit immer wieder. Er machte aus Gummibärchen den Goldbären. Dem Werbeslogan „Haribo macht Kinder froh“ setzte er „und Erwachsene ebenso“ hinzu und machte so deutlich, wohin der Weg des Unternehmens gehen sollte: Bunte, fröhliche Leckereien für Alle anzubieten.

Hans Riegel war aber nicht nur Unternehmer und Firmenpatriarch. Er war eine rheinische Frohnatur, liebte den Karneval und produzierte speziell dafür auch allerlei lustige Süßigkeiten, an denen er selbst ebenso viel Freude hatte, wie seine großen und kleinen Kunden. Er begeisterte sich für schnelle Autos, für Hubschrauber,  entdeckte als junger Mann  Badminton in Dänemark für sich und brachte den Sport nach Deutschland. Fast versteht es sich von selbst, dass er der erste Deutsche Meister im Herrendoppel wurde. Für sein Engagement in der Sportförderung erhielt er sogar das Bundesverdienstkreuz.

Seine Neugier und eine gute Portion kindlichen Spieltrieb bewahrte er sich bis ins hohe Alter. In seinem Büro in der Bonner Firmenzentrale war er fast täglich und tüftelte an neuen, leckeren Ideen. Die Arbeit in seinem Unternehmen, für HARIBO war seine Berufung und seine Profession. So etwas wie das Rentenalter kannte er nicht.

Hans Riegel hinterlässt ein Unternehmen, dass auf die Zukunft vorbereitet ist. Schon nach dem Tod seines Bruders wurde Haribo in eine Unternehmensholding umgewandelt. Hans Riegel führte die Holding gemeinsam mit seinen Neffen.

Haribo wird auch weiterhin Kinder und Erwachsene froh machen.

Dennoch wird Hans Riegel fehlen, seiner Familie, seinem Unternehmen und auch der deutschen Unternehmenslandschaft insgesamt.

Das könnte Dich auch interessieren...